Dokumentation von Werner Mauss

 

 

   


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Aus dem Urteil des Hohen Tribunals von Antioquia
vom 20. Mai 1998

 
Am 20. Mai 1998 wurden Werner und Ida Mauss in einem 78-seitigen Urteil rechtskräftig freigesprochen. Dabei wurde festgestellt:
  • Die Festnahme des Ehepaares am
    17. November 1996 in Medellin war rechtswidrig und bezog sich auf manipulierte Falschaussagen , die im Urteil auch im einzelnen aufgeführt sind.
  • Das Ehepaar Mauss hatte bei allen Aufenthalten in Kolumbien und den damit verbundenen Einsätzen zu keinem Zeitpunkt gegen kolumbianisches Recht verstoßen.
  • Ihr Einsatz galt nur dem kolumbianischen Friedensprozess
  • Die Festnahme war durch Intrigen von einer im Eigennutz stehenden identifizierten Personengruppe initiiert worden.

Das Urteil stützte sich auf die achtzehn Monate andauernden Ermittlungen des Fiscal General - Staatsanwalt der Strafjustiz - des Procurador General - Staatsanwalt zuständig u. a. für Behördendelikte - und die von diesen Behörden erstellten Ermittlungs- und Vernehmungs-protokolle von mehr als 6000 Seiten.
 

Im Urteil heißt es:
„Wie den Beamten der ersten Instanz, überrascht auch diese staatsanwaltliche Instanz die Einflussnahme seitens „Control Risks“ auf die Handhabung und Ausrichtung des Prozesses [mit dem Wort Prozess ist der Vorgang um die Geiselbefreiung gemeint]. Diese ging soweit, dass der Vertreter der englischen Firma sich einen Platz innerhalb des irregulären „Komitees“ sicherte, welches außerhalb der gesetzlichen Normen zu „Untersuchungszwecken“ von der Provinzregierung von Antioquia ins Leben gerufen worden war.
So gut war die multinationale Gesellschaft [Control Risks] im „Komitee“ vertreten, dass es ihr sogar gelang, die Grundsätze der übergeordneten zivilen und polizeilichen Behörden im Hinblick auf die Ausrichtung von Informationen zu manipulieren.

In dem Urteil heißt es weiter: „So ist letztlich die Irreführung der Behörden [der kolumbianischen Behörden] durch diejenigen, die ihre ureigensten und dem Frieden fern stehenden Interessen verteidigten, ein langer Weg umsonst gewesen.“ (Ende der Zitate)

Aus dem Ermittlungsvorgang ist auch ersichtlich, wie die Firma „Control Risks“ in ihrer Funktion als Mitglied des Komitees durch Desinformation im September 1996 eine vorzeitige Befreiung der deutschen Geisel vereitelt hat.



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